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Warum Bienen schützen?

Das Bienensterben -
ein Weckruf der Natur

Die Biene bestäubt Blüten – das weiß nahezu jedes Kind. Was weniger bekannt ist:
Für die ökonomischen und landwirtschaftlichen Prozesse sind Bienen und die Imkerei von großer Bedeutung. Hier geht es allerdings um viel mehr als die rein wirtschaftliche Betrachtung der Leistung unserer Bienen!

Pflanzensterben ist der nächste Schritt

Ein Rückgang oder gar das Ausbleiben der natürlichen Bestäubung, die nicht wirklich zu ersetzen ist, hätte gravierende Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem. Und somit auf alle Menschen dieser Erde.

Ohne Insektenbestäubung würde die Ernte von etwa 75% der Nutzpflanzen, auf die wir zu Ernährungszwecken angewiesen sind, deutlich geringer ausfallen. Unzählige wichtige Obst- und Gemüsesorten wie z.B. Äpfel, Erdbeeren, Tomaten und Kirschen sowie einige Futterpflanzen für die Fleisch- und Milchproduktion würden auf 10-20% des normalen Ertrags reduziert!

Auch würden viele Pflanzenarten aussterben, da sie ohne Befruchtung keine Samen bilden, um sich fortzupflanzen.

“Wenn die Biene einmal von der Erde
verschwindet, hat der Mensch nur noch
vier Jahre zu leben.
Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr,
keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr,
kein Mensch mehr.“

Albert Einstein, Theoretischer Physiker

Bienensterben - ein Problem mit fatalen Folgen

Bei dem Wort „Bienen“ denken viele Menschen vor allem an Honig. Doch mittlerweile geht es nicht nur um den Honig, sondern um viel mehr:

um die Ernährung der Menschheit.

Zwar gibt es keine übergreifende Überwachung der Entwicklung, doch es ist seit Jahren klar, dass der Bestand an Bienen und anderen Bestäubern weltweit zurückgeht.
Das betrifft sowohl wilde als auch von Imkern gehaltene Arten, insbesondere in Nordamerika und Europa.

Die bereits erfassten Verluste sind besorgniserregend:

Demnach lag die Sterberate bei Honigbienenvölkern in Europa in den vergangenen Wintern im Durchschnitt bei etwa 20%. In der Schweiz zum Beispiel starben 2012 die Hälfte aller Bienen, also rund 100.000 Bienenvölker!

Allein in Deutschland ist die Zahl der Bienenvölker seit 1990 von rund 1,1 Millionen um 20% auf etwa 900.000 Völker geschrumpft.

Die Gefahren für Bienen im Überblick

  • Monokulturen
  • Schädlinge
  • Krankheiten
  • Immunsystem
  • Imkermangel

MONOKULTUREN STATT NATÜRLICHER LEBENSRÄUME

Ackerränder und Wiesenstreifen sind größtenteils verschwunden, Hochertragssorten bieten kaum noch Pollen und Nektar, Gärten sind geprägt von kurz gehaltenen, pflegeleichten Rasenflächen: den Bienen bleibt nur eine große grüne Wüste.

Durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung großer Flächen müssen die Bienen weite Strecken fliegen, um ausreichend Nektar zu sammeln. Die Energiegewinnung aus Biogasanlagen wird das Nahrungsangebot noch weiter reduzieren, denn auf Wiesen und Grünland wird verstärkt Mais, der Energierohstoff für die Methanproduktion, angebaut.

Zunehmend ihres Lebensraumes beraubt, würden viele Bienen ohne Hilfe spätestens im Winter schlichtweg verhungern.

PESTIZIDE UND INSEKTIZIDE – CHEMISCHE TEUFEL

Durch den EU-weiten, großflächigen Einsatz verschiedenster Insektizide nehmen die Honigbienen Giftstoffe auf, die das gesamte Volk chronisch schwächen und es so anfälliger für Krankheiten und Milbenbefall macht. Die meisten Pflanzenschutzmittel sind für Bienen zwar nicht direkt tödlich, doch sie sorgen unter anderem dafür, dass Bienen die Orientierung verlieren und nicht mehr zu ihrem Stock zurückfinden. Außerdem beeinträchtigen sie die Kommunikation der Bienen untereinander.

Auch kann mit Chemikalien gebeiztes Saatgut ganze Bienen­völker vergiften: 2008 starben in der Region Oberrhein (BW) 11.500 Völker an dem Nervengift Clothianidin.

Gut für den Honig, schlecht für die Bienen: Der sogenannte Honigmagen der Biene filtert sämtliche Pestizide aus dem Nektar, damit diese nicht durch den Honig an die Brut weitergegeben werden.

MILBEN UND PARASITEN – KLEINE SCHÄDLINGE MIT GROßER WIRKUNG

Die Varroa-Milbe, die aus Asien eingeschleppt wurde, setzt sich blutsaugend an der Biene fest und befällt auch die Brut. Gleichzeitig überträgt die Milbe Viren, gegen die sich ein immungeschwächtes Volk nicht mehr wehren kann. Um zu überleben, muss mittlerweile jedes Bienenvolk Jahr für Jahr behandelt werden.

Ähnlich verheerende Auswirkungen hat die Buckelfliege. Dieser Parasit legt seine Eier in der Biene ab, die dadurch qualvoll zugrunde geht.

VERBREITUNG VON KRANKTHEITEN

Aufgrund des „Bienenmangels“ werden mittlerweile Bienenvölker weltweit im- und exportiert. Dies begünstigt die Verbreitung von Krankheiten, die sonst regional begrenzt geblieben wären.

KLEINE BIENEN MIT GESCHWÄCHTEM IMMUNSYSTEM

Ein weiterer Faktor, der im Hinblick auf das weltweite Bienensterben eine Rolle spielt, ist die Mangelernährung aufgrund fehlender Vielfalt. Die Immunaktivität von einseitig ernährten Bienen ist nachweislich schwächer (Stichwort Monokulturen). Je vielfältiger das Nahrungsangebot, desto widerstandsfähiger sind die Bienen gegen Krankheiten.

HOBBY-IMKER REICHEN NICHT

Einerseits wird die Bienengesundheit durch Varroa und Insektizide bedroht. Die Bienen verschwinden aber auch deshalb aus der Landschaft, weil es deutlich weniger Imker gibt.

Laut Deutschem Imkerbund sind von den rund 100.000 deutschen Imkern weniger als 1% Berufsimker. In erster Linie sind es die Hobby-Imker, die die Bienenvölker am Leben erhalten. Damit wird der Honig-Bedarf der Deutschen allerdings nur zu 20-25% gedeckt. Der Rest wird importiert.

Da billig importierter Honig zu einem rapiden Preisverfall geführt hat (z.B. China liefert heute schon über 30% des weltweiten Honigbedarfs), lohnt sich die zeitintensive Vermarktung des Honigs für die meisten Hobby­-Imker nicht.

Neben den wirtschaftlichen Faktoren hält der zunehmende Pflege- und Schutzbedarf unserer einheimischen Honigbiene viele Interessierte von der Imkerei ab.

Handeln Sie jetzt mit uns - auch unsere Kinder werden es uns danken!

Dank natürlicher Selektion hat die Spezies „Biene“ im normalen Prozess der Evolution u.a. extreme klimatische Veränderungen überlebt. Heute verläuft das Artensterben bis zu 1.000-mal schneller als der natürliche evolutionsbedingte Verlust. Es gibt ein „Zuviel“ an schädigenden Einflüssen, die den plötzlichen Kollaps ganzer Bienenvölker (Colony Collapse Disorder) verursachen.


Jetzt aktiv werden!
Nun ist es eine gemeinschaftliche Aufgabe von uns allen, aktiv das Überleben unserer einzigartigen und wertvollen Honigbiene zu sichern.

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